Guter Cognac – Der ultimative Guide zu Herkunft, Auswahl und Genuss

Guter Cognac – Der ultimative Guide zu Herkunft, Auswahl und Genuss

Ein Gentleman in dunklem Anzug schwenkt langsam und nachdenklich ein bauchiges Kristallglas mit gold-glänzender Flüssigkeit. Der Ledersessel ist leicht verstaubt, in der Luft liegt schwerer Zigarrenrauch. Eine bekannte Assoziation für eine der edelsten Spirituosen der Welt: Cognac.

Cognac trägt auch heute noch ein häufig elitäres, teils altbackenes Image. Spirituosen wie Wodka oder das Modegetränk des Jahrzehnts, Gin, haben Cognac damit so gut wie aus dem Bewusstsein vieler Genießer eines edlen Tropfens verdrängt.

Dabei hat Cognac nicht nur eine interessante historische Entwicklung zu verzeichnen, sondern glänzt mit einer enormen Vielseitigkeit und Komplexität. Vielfach fehlt Spirituosen-Liebhabern für die erfolgreiche Auswahl eines guten Cognacs jedoch grundlegendes Verständnis zur Herstellung, Qualität und Verwendung der verschiedenen Cognacs.

Im diesem Artikel erhalten Sie nicht nur einen Einblick in die spannende Geschichte dieses einzigartigen Getränks, der Ihnen dabei hilft, das Hintergrundwissen für die Auswahl guten Cognacs aufzubauen. Zudem haben wir wertvolle Tipps und Tricks für Sie zusammengestellt, welche Cognac-Marken es gibt, wie man Cognac am besten lagert und wie Sie guten Cognac von günstigen Bränden unterscheiden können.

Was macht einen guten Cognac aus?

Cognac ist benannt nach der gleichnamigen Anbauregion im Westen Frankreichs. Dort wird auf rund 78.000 ha Rebfläche bereits seit vielen Jahrhunderten Cognac aus Trauben der Cognac-Region sowie der benachbarten Weinregionen Charente und Charente-Maritime hergestellt. Die Herkunftsbezeichnung ist ähnlich wie bei Champagner EU-rechtlich geschützt, Weinbrände aus anderen Regionen der Welt dürfen seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht als Cognac bezeichnet werden.

Die gesetzliche Mindestlagerung der Spirituose beträgt zwei Jahre in eigens für die Reifung entwickelten Eichenfässern. Da die Fasslagerung bis zu 75% des Geschmacks, Aromas und Charakters des Endprodukts ausmacht, ist die Auswahl des richtigen Materials besonders wichtig. Cognac wird in der Regel in Limousin-Eichenfässern an einem trockenen und dunklen Ort gelagert. Die Fässer umfassen je zwischen 270 und 450 Liter.

Die Lagerzeit ist das wohl wichtigste Qualitätskriterium für einen guten Cognac. Viele der bekannten Cognac-Marken werden daher deutlich länger als zwei Jahre gelagert. Spitzen-Cognacs haben häufig eine Lagerzeit von 20 Jahren und mehr.

Die größte und berühmteste Cognac-Brennerei der Welt ist Hennessy, das als irisches Familienunternehmen in achter Generation geführt wird. Das Land mit dem höchsten Cognac-Konsum ist übrigens nicht Frankreich. Über 90 Prozent der in der Cognac-Region produzierten Spirituose werden im Ausland abgesetzt. Der größte Abnehmer ist die USA, gefolgt von China, das Cognac vor allem als Luxusprodukt und Statussymbol der Superreichen wertschätzt. Der enorme Absatz von Cognac in den USA hat unter anderem damit zu tun, dass viele amerikanische Musiker, etwa der Rapper Busta Rhymes, bekannte Cognac-Marken in Musiktiteln wie „Pass the Courvoisier“ erwähnt. Europa im Allgemeinen und Großbritannien als größter europäischer Absatzmarkt für Cognac im Besonderen hinken im globalen Vergleich hinterher. Hier halten die Trend-Spirituosen Rum und Gin den größten Markanteil inne. Guter Cognac ist mittlerweile also in so gut wie jedem Winkel der Welt erhältlich.

Die Geschichte des Cognacs

Gegen Ende des Mittelalters fand die Kunst der alchimistischen Herstellung hochprozentiger Alkohole immer größere Verbreitung. Destillationsverfahren wurden verfeinert, um Weine vor allem während der langen Schifffahrten auf Expeditionen und Entdeckungsfahrten rund um die Neue Welt länger haltbar zu machen.

1549 wurde Cognac zum ersten Mal urkundlich als „Eau de Vie“ aus La Rochelle erwähnt. Der kommerzielle Export des französischen Branntweins begann im 17. Jahrhundert mit der Verschiffung von Cognac nach England, Irland, Skandinavien, Nordamerika und den Antillen. Damit ist Cognac ein vergleichsweiser junger Alkohol. Andere Spirituosen wie beispielsweise Whiskey blicken auf eine deutlich längere Historie mit einer Jahrtausende alten Tradition zurück.

Der Legende nach wurde einer der ersten Cognacs von Chevalier de la Croix-Maron, einem französischen Lehnsherrn des Gebietes Segonzac, gebrannt. Durch Zufall entdeckte er ein Fass mit altem, nicht mehr allzu gut schmeckendem Branntwein. Der Chevalier wollte den Branntwein nicht einfach verschwenden. Nach erneuter Destillation entstand mit großer Überraschung eine etwas mildere und wohlschmeckende Spirituose – die Geburtstagsstunde des Cognacs. Bis heute erfolgt die Cognac-Herstellung durch doppelte Destillation.

Das älteste Cognac-Haus, Martell, wurde erst 1715 gegründet. 1765 erfolgte dann die Gründung der Familienbrennerei Hennessy, die heute als größte und bekannteste Cognac-Produktion gilt. Lange Zeit wurde Cognac in Familienbetrieben ohne gesetzliche Regelungen gebrannt und vertrieben. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Cognac zudem nach der Destillation wieder auf Weinalkoholstärke rückverdünnt. Erst im Jahr 1909 wurde der Produktionsprozess der Spirituose genauer festgelegt und gesetzlich geregelt. Es folgten die Standardisierung der Cognac-Produktion zu dem Getränk, das wir heute kennen, sowie eine stetig wachsende Nachfrage und globaler Export.

Wie wird Cognac produziert?

Am Anfang der Cognac-Produktion stehen ausgewählte Weißwein-Rebsorten wie beispielsweise Ugni Blanc (identisch mit der italienischen Rebsorte Trebbiano), Folle Blanche und Colombard. Mehr als 90% des heutigen Cognacs wird dabei aus der Rebsorte Ugni Blanc gewonnen. Zu den weniger bekannte Sorten zählen Sémillon, Meslier-Saint-François, Montils, Jurançon Blanc sowie Select und Folignan.

Anders als bei Scotch oder Gin richtet sich die Brennsaison von Cognac nach der Erntezeit. Aus den Rebsorten wird, direkt nach der Lese im Oktober, dünner und säurebetonter Weißwein mit rund 8% Alkoholgehalt hergestellt. Der Rohwein selbst ist so gut wie ungenießbar. Aus den gekelterten Rohweinen wird dann in einem zweistufigen Destillationsverfahren bis Mitte März des auf die Erne folgenden Jahres die Rohversion des Cognacs hergestellt. Zwischen November und März liegt somit in vielen Dörfern der Cognac-Region ein feiner, leicht süßlicher Geruch in der Luft, der die Produktion und Brennerei der wertvollen Spirituose deutlich macht.

Die erste Destillationsphase erfolgt in einer traditionellen Brennblase, die circa 30 Hektoliter umfasst. Nach 24 Stunden wird der 27 bis 30-prozentige Rohbrand erneut destilliert, dieses Verfahren wird in der Fachsprache als Doppelbrandverfahren bezeichnet. Der fertige Feinbrand enthält einen Alkoholanteil von bis zu 72%.

Destillierter Cognac kann allerdings nicht sofort genossen werden. Es folgt ein mehrjähriger Reifeprozess in Eichenholzfässern, der zur Vermischung der Weinaromen beiträgt und dem Branntwein einen Teil seiner charakteristischen Färbung verleiht. Echte Cognac-Kenner wissen, dass günstigere Marken während dieses Reifungsprozesses häufig durch Zuckerkulör oder Farbstoffe gefärbt werden, die in Maßen gesetzlich erlaubt sind. Hier ist eine genauere Recherche zu Verarbeitung und Produktionsverfahren sinnvoll, vor allem bei teureren Cognac-Bränden.

Die Lagerung erfolgt hauptsächlich in Limousin-Eichenfässern, in denen guter Cognac das gewünschte Aroma erhält. Während der Lagerung nimmt der Alkoholgehalt durch Verdunstung auf natürlicher Art und Weise ab. Zudem werden viele Cognac-Sorten vor Flaschenabfüllung mit Wasser verdünnt, sodass letztendlich eine Spirituose mit circa 40 % Alkoholgehalt entsteht.

Seit 1930 wird Cognac offiziell in sechs verschiedene Crús, eine französische Prädikatsbezeichnung für qualitativere Regionen und deren Weine, eingeteilt:

  • Grande Champagne: liefert 18% der Gesamtproduktion, vielschichtig und aromatische Blütenaromen, besonders fein mit langer Reifezeit im Fass
  • Petite Champagne: liefert 20% der Gesamtproduktion, vergleichbar mit Grande Champagne, allerdings mit etwas weniger Konzentration und ebenfalls vergleichsweise langer Reifezeit im Fass
  • Borderie: liefert 5% der Gesamtproduktion, runde und weiche Spirituosen mit kürzerer Reifezeit im Vergleich zu den Champagner-Bränden
  • Fins Bois: liefert 40% der Gesamtproduktion, sanfte Brände mit kurzer Fass-Reife
  • Bons Bois: liefert 10% der Gesamtproduktion, aromatische Brände, die Mischungen besonderen Geschmack verleihen, und kurzer Fass-Reife
  • Bois Ordinaires: liefert 7% der Gesamtproduktion, robuste Brände mit kurzer Fass-Reife

 

Der Begriff Champagne hat übrigens nichts mit der Champagne-Region im Nordosten Frankreichs zu tun. Die Ähnlichkeit lässt sich durch das französische Wort für Feld- und Ackerland, Champagne, erklären. Der französische Begriff Bois steht für Holz oder Wald und zeigt, dass das heutige Anbaugebiet früher hauptsächlich aus Wäldern und Buschwerk bestand. In der Grande Champagne erhält der Cognac aufgrund der besonders kreide- und kalkhaltigen Böden ein besonders mineralisches Aroma.

Wie bereits erwähnt werden bei der Herstellung guten Cognacs überwiegend Weißwein-Rebsorten wie beispielsweise Ugni Blanc (Trebbiano), Folle Blanche und Colombard verwendet. Welche Rebsorten zum Einsatz kommen, bleibt letzten Endes den Brennereien selbst überlassen und ist häufig ein Resultat zahlreicher Experimente sowie langjähriger Destillations-Erfahrung.

Cognac und Weinbrand – Was ist der Unterschied?

Obwohl Cognac und Weinbrand auf eine gemeinsame Geschichte zurückblicken können, wurden sie nach dem 1. Weltkrieg und den mit ihm verbundenen „Champagnerparagraphen“, der festlegte, dass in Deutschland produzierter Branntwein nicht mehr als Cognac verkauft werden darf, als zwei unterschiedliche Spirituosen getrennt verkauft.

Weinbrand ist nun als Oberkategorie zu sehen, Cognac bildet die spezifische und ortsbezogene Unterkategorie. Ein großer Unterschied zwischen gutem Cognac und Weinbrand ist somit die Herkunft der Trauben. Cognac ist heute als regionale Herkunftsbezeichnung geschützt und darf nur für Branntwein verwendet werden, dessen Trauben aus der Cognac-Region im Westen Frankreichs stammen. 

Wie erkennt man einen guten Cognac?

Guter Cognac zeichnet sich nicht nur durch Anbaugebiet und Rebsorte aus, sondern auch durch sein Alter. Je älter, desto besser – das ist vor allem bei Cognac oberstes Gebot. Die Qualität der Spirituose erhöht sich mit der Dauer der Lagerung im Eichenfass. Ob ein Cognac  allgemein als gut zu bezeichnen ist oder nicht – dafür ist die Altersklassifikation der wichtigste und einfachste Indikator.

Wie alt ist ein guter Cognac?

Cognac wird dabei gemäß seinem Alter klassifiziert und grundsätzlich vom Bureau National Interprofessionel du Cognac (BNIC) in drei Kategorien eingeteilt. Die jüngste Kategorie, VS oder V.S. (Very Special) steht für eine mindestens zweijährige Reifung in Eichenfässern. Bei einem VSOP oder V.S.O.P. (Very Special Old Pale) handelt es sich um eine mindestens vierjährige Reifung. Cognacs, die die Bezeichnung XO oder X.O. (Extra Old) auf ihrem Label tragen, stehen für eine mindestens sechsjährige Reifung. Bei guten Cognacs beträgt die Reifezeit häufig 20 Jahre und mehr. Zudem lassen sich weitere Bezeichnungen wie Hors D’Age (sehr alter und hochwertiger Brand, vergleichbar mit XO), Napoléon (zwischen VSOP und XO) und Resérve (vergleichbar mit Hors D’Age und eine Kategorie über XO) im allgemeinen Verkauf finden.

Die Altersbezeichung XXO wurde erst im Jahr 2018 eingeführt und bezeichnet Cognac-Brände, deren jüngste Komponente eine Fass-Reife von mindestens 14 Jahren aufweist.

Es existieren auch Jahrgangscognacs, die nach dem Jahr ihrer Produktion eingeordnet werden. Jahrgangscognacs werden vor allem dann produziert, wenn in einem bestimmten Jahrgang eine besonders gute Qualität erreicht wurde. Hier werden meist einige Flaschen zur Seite gelegt und mit einem speziellen Jahrgangslabel versehen. Dieser Cognac nennt sich „Single Vintage“ und ist ein äußerst begehrtes Produkt unter Sammlern.

Die Reifezeit wird bei verschnittenen Cognacs nach der jüngsten Komponente berechnet. Die Altersangabe bezieht sich dabei immer auf die Zeit der Fass-Reifung. Sobald die Flaschenabfüllung erfolgt ist, reift Cognac nicht mehr weiter.

Guter Cognac zeichnet sich nicht nur durch eine lange Lagerung aus. Crús ist ein weiterer wichtiger Faktor und zeigt dem Cognac-Kenner, woher der für die Destillation verwendete Wein stammt. Weine aus Spitzenlagen produzieren in der Regel qualitativ besseren Cognac im Vergleich zu Weinen aus Randlagen. Zu den Spitzenlagen zählen Weine aus der Grande Champagne und Petite Champagne, als Mischung bilden beide den Fine Champagne.

Wie schmeckt ein guter Cognac?

Guter Cognac lebt von seiner Komplexität und den besonderen Geschmacksnuancen. Der edelste Weinbrand ist der Grande Champagne, gefolgt vom Petit Champagne. Beide zeichnen sich durch ein graziles und blumiges Aromenprofil aus. Viele Hersteller kombinieren Grande und Petite Champagne zum bereits erwähnten Fine Champagne. Jüngere Cognacs der Kategorien VS und VSOP schmecken häufig etwas frischer als langjährig gereifte Cognacs.

Da jeder Geschmack unterschiedlich ist, zahlt es sich aus, möglichst viele verschiedenen Cognac-Sorten zu probieren um den eigenen Favoriten zu finden.

Während der Lagerung in Eichenfässern verdunsten alljährlich übrigens circa 1,5% des Alkoholgehalts. Älterer Cognac lässt sich damit häufig durch einen milderen Geschmack erkennen, während jüngere Sorten häufig einen etwas strengeren Alkoholgeschmack aufweisen. Der Unterschied ist häufig marginal und lässt sich nur von echten Kennern erschmecken.

Wie lange ist guter Cognac haltbar?

Sobald Cognac in Flaschen abgefüllt wird, spielt die Alterung keine Rolle mehr, denn: Cognac reift nur im Holzfass, nicht jedoch während der Flaschenlagerung. Das bedeutet, dass Cognac theoretisch jahrzehntelang gelagert werden kann, ohne zu altern. Ein VS Cognac bleibt somit ein VS Cognac, egal wie lange er bei Ihnen zu Hause im Regal steht.

Für die ideale Lagerung eines guten Cognacs lassen sich folgende fünf Tipps empfehlen:

  1. Wenig Licht: Je dunkler der Raum, in dem der Cognac gelagert wird, desto besser. Direktes Sonnenlicht kann den Geschmack der Spirituose negative beeinträchtigen. Zudem werden viele Cognac-Sorten immer noch in transparenten Flaschen abgefüllt und sind somit besonders anfällig für Lichteinfall.
  2. Lagerung bei Raumtemperatur: Kenner empfehlen eine Lagerung bei Raumtemperatur, da besonders eine zu warme oder zu kalte Lagerung die Geschmacksentwicklung der Spirituose beeinflussen kann. Generell sollte Cognac nicht unter 20 Grad gelagert werden.
  3. Konstante Temperatur: Neben der idealen Temperatur ist auch deren Konstanz essentiell. Extreme Temperaturschwankungen sollten bei der Lagerung unbedingt vermieden werden, damit die Qualität eines guten Cognacs erhalten bleibt.
  4. Trockenheit: Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Lagerung ist eine trockene, saubere Umgebung. Bei feuchten Bedingungen kann es durchaus vorkommen, dass der Korken Schimmel ansetzt und somit den Geschmack des Cognacs verdirbt.
  5. Stehende Lagerung: Cognacs werden am Besten stehend gelagert. Grund dafür ist, dass die Flüssigkeit den Korken der Flasche nicht berühren sollte. So lässt sich vermeiden, dass sich der Korken über längere Zeit hinweg auflöst und das Aroma der Spirituose beeinträchtigt.

Wie lange ist geöffneter Cognac haltbar?

Sobald eine Cognac-Flasche geöffnet wird, sollte die Spirituose möglichst bald konsumiert werden. Denn: Auch wenn der Korken auf den ersten Blick dicht erscheint, so beginnt der Alkohol nach der Öffnung langsam aber stetig zu verdampfen. Die Verdunstungsrate ist vergleichsweise gering, sollte jedoch trotzdem bei der Lagerung geöffneter Flaschen beachtet werden. Wie lange sich guter Cognac hält, ist immer auch von der jeweiligen Marke und der Destillations-Qualität abhängig.

Die besten und teuersten Cognac-Marken der Welt

Eine Auswahl des besten Cognacs aus über 20.000 gelisteten Marken ist nicht leicht. Cognacs aus den renommierten Häusern Hennessy, Rémy Martin, Courvoisier oder Martell zählen zu den bekanntesten Cognac-Labels der Welt. Aber auch kleinere Cognac-Hersteller produzieren exzellente Brände, die die großen Hersteller in Geschmack, Komplexität und Einzigartigkeit häufig übertreffen.

Die Verteilung der vier größten Cognac-Produzenten nach Marktanteil ist erstaunlich gleichmäßig: sowohl Hennessy als größter Produzent weltweit, als auch Rémy Martin, Courvoisier und Martell bieten erstklassige, über viele Jahre hinweg gelagerte Brände. Zu den besten Cognacs der Welt zählen Hennessy XO, Courvoisier XO und Rémy Martin XO Excellence.

Die Spannweite der teuersten Cognacs der Welt reicht vom der Courvoisier L’Esprit Decanter Cognac für 5.000 USD bis hin zum 2.000.000 USD teuren Henri IV Grande Champagne Cognac Dudognon Héritage, der mehr als 100 Jahre alte Cognacs enthält und dessen Flasche aus 24-karätigem Gold, 6.500 Diamanten und Platin besteht.

Der wohl teuerste Cognac der Welt ist übrigens ein am 10. September 2016 vom Auktionshaus Sotheby’s versteigertes Meisterstück namens «Louis XIII L’Odyssée d’un Roi» aus dem Haus Rémy Martin. Weltweit gibt es nur drei Flaschen aus dieser Produktion, abgefüllt in elegante Kristalldekanter nach fast hundertjähriger Reifezeit. Der Verkaufspreis für diesen einzigartigen Cognac lag bei stolzen 134.750 US Dollar.

Guter Cognac unter 50 Euro

Guter Cognac muss nicht zwangsläufig hunderte, tausende oder gar Millionen von Euro kosten. Qualitativ gute Brände sind bereits für 25 bis 50 Euro zu haben. Dies ist zwar immer noch nicht ganz günstig, alle darunter liegenden Cognacs mangelt es allerdings leider schlichtweg an Qualität.

In dieser Preisklasse finden sich vor allem VS oder VSOP Cognacs. Zu den günstigeren Produkten, die trotz niedrigerem Preis erstaunlich gute Cognac-Marken produzieren, zählen folgende Empfehlungen:

  • Rémy Martin VSOP Mature Cask Finish: Gebrannt aus Grande Champange und Petite Champagne, komplexer Geschmack aus reifen Früchten und leichter Lakritz-Note mit Vanille im Abgang, am besten pur genießen
  • Meukow VS: feine Mandel- und Orangenaromen mit Holz-Note, eignet sich sowohl pur als auch als Mixer
  • Courvoisier VSOP: Aromen von Karamell, Mandeln und Pfirsichen sowie einem Hauch von Jasmin, am besten pur genießen
  • Hennessy VS: feine Eichentöne gepaart mit einem subtilen Pflaumen- und Rosinengeschmack, ideal in Cocktails und Mixgetränken
  • Frapin VS: 100% Grande Champagne, vollfruchtig mit leichter Würze und facettenreichem Aroma, eignet sich sowohl pur als auch als Mixer
  • Baron Otard VS: Ein Hauch von Birnen und Lindenblüten mit leichter Vanillenote, gepaart mit einer Balance aus feinen Gewürzen und Tabak, purer Genuss oder als Mischung mit einem erfrischenden Tonic
  • Godet VSOP: Aromen von roten Früchten und Pfirsichen, die mit einem Hauch von Haselnuss und Holz abgerundet werden, am besten pur genießen
  • Claude Chatelier XO: kräftige Aroma von Vanille, Nüssen und eingelegten Früchten, am besten pur genießen
  • Martell VSOP: intensiver Fruchtgeschmack mit einem Hauch von Pflaume und Rosine, ergänzt durch einen bittersüßen Lakritz-Geschmack, am besten pur genießen
  • Chabasse VS: feines und ausgeglichenes Eichenholz-Aroma mit Vanillenote und floralen Tönen, eignet sich sowohl pur als auch als Mixer

Was sind gute Cognacs für ein Tasting?

Die genannten Cognacs eignen sich auch als gute Cognac-Marken für ein erschwingliches Cognac-Tasting mit Freunden oder Kollegen. Geschmäcker sind so unterschiedlich wie die auf dem Markt existierenden Cognac-Marken.

Guten Cognac günstig zu erwerben ist nicht immer leicht. Als Anfänger probieren Sie am besten verschiedene Cognac-Marken, um den eigenen Favoriten unter der Vielzahl an Cognac-Marken zu finden. Gute Qualität für Ihr Geld finden Sie häufig bei kleineren, noch unbekannten Familienbetrieben. Günstiger guter Cognac ist auch bei den vier großen Cognac-Häusern Hennessy, Rémy Martin, Courvoisier und Martell zu finden.

Wie findet man einen besonders guten Cognac?

Bei der Verkostung und beim Kauf guten Cognacs sollten Sie einige grundlegende Charakteristiken beachten, die einen besonders Cognac ausmachen. Sie erkennen guten Cognac an den unterschiedlichen Qualitätsstufen. Die unterste Stufe heißt VS Cognac, bei der der Cognac für mindestens zwei Jahre in Eichenholzfässern gelagert wird. Danach folgt VSOP Cognac mit mindestens vierjähriger Reifezeit sowie XO Cognac mit mindestens sechsjähriger Reifezeit. Für einen guten XO Cognac müssen Sie übrigens mit mindestens 100 Euro rechnen.

Cognac-Kenner lassen sich bei der Auswahl des besten Brandes nicht von der Farbe der Spirituose täuschen, denn: Sowohl Cognac als auch regulärem Branntwein darf bei der Produktion Zuckerkulör beigemischt werden, der die Grundlage für eine goldbraune Färbung bildet. Diese verspricht also nicht zwangsläufig ein hohes Alter oder eine gute Qualität.

Ein Cognac, der zu mindestens 50% aus Grand und Petit Champagne besteht, ist auch als Fine Champagne bekannt. Kenner schätzen ihn als einen der besten Cognacs der Welt. Die bereits erwähnten, auch als Crús bezeichneten Qualitätsstufen spielen eine große Rolle bei der Auswahl von besonders gutem Cognac.

Sehr guter Cognac lässt sich zudem am Geruch und Geschmack identifizieren. Jüngere Cognacs zeichnen sich durch einen blumigeren Geruch aus, während ältere und teurere Sorten häufig einen tief würzigen Geruch mit einem Hauch von Vanille und Nüssen verzeichnen.

Der Geschmack günstigerer Cognacs ist mit kräftig fruchtigen Aromen wie beispielsweise Aprikose, Rosine, Orangen oder Zitronen vergleichbar. Hochwertige Cognacs schmecken würzig nach Muskatnuss, Zimt oder Kaffee.

Das Alter ist ein entscheidender Faktor bei der Qualitätsbestimmung eines Cognacs. Grundsätzlich gilt: Je älter der Cognac, desto edler und teurer. Altersangaben sind gesetzlich geregelt und müssen auf jeder Flasche angegeben werden. Jahresangaben finden sich jedoch immer weniger auf dem Etikett, häufig handelt es sich bei der Klassifikation des Alters um die Reifedauer der jüngsten Komponente. Cognac-Kenner wissen, dass die meisten Brände ein Verschnitt verschiedenster Destillate sind.

Welcher Cognac eignet sich gut als Geschenk?

Guter Cognac eignet sich hervorragend als Geschenk oder Mitbringsel. Hier lohnt sich ein wenig Recherche zu geschmacklichen Vorlieben des Beschenkten sowie den im Handel erhältlichen Cognac-Marken.

Wer etwas Besonderes sucht, der sollte sich mit den kleineren Brennereien der Cognac-Region vertraut machen. Diese sind in der Regel online erhältlich und den meisten Menschen völlig unbekannt. Einige der interessantesten und unbekannteren Marken sind:

Die besten Cognacs sind Luxus-Produkte. Es lohnt sich in der Regel, etwas mehr Geld in eine besonders gute Flasche Cognac zu investieren. Da bei Geschenken auch die Verpackung einen Unterschied macht, lohnt es sich nach besonderen Flaschen-Designs wie beispielsweise Kristall-Karaffen oder speziellen Labels Ausschau zu halten. Nach oben sind hier keine Grenzen gesetzt!

Wie Sie einen guten Cognac genießen

Cognac erlebt derzeit ein wahres Comeback in vielen Bars und Haushalten. Guter Cognac lässt sich nicht nur solo genießen, auch als Basis für Longdrinks und Cocktails ist der edle Branntwein bestens geeignet. Barkeeper schätzen das vielseitige Potenzial der Spirituose und lassen alte Cocktail-Klassiker wie beispielsweise einen „Sidecar“ oder „Brandy Alexander“ neu aufleben.

Für einen „Sidecar“ mit erfrischenden Zitrusnoten braucht es lediglich etwas Cointreau und Zitronensaft. Beide werden mit hochwertigem Cognac gemixt, in einem Martiniglas abgefüllt und mit einem Achtel Zitrone serviert. Ein „Brandy Alexander“ enthält Cognac (oder Brandy), süße Sahne, weißer Kakaolikör und gemahlener Muskatnuss.

Gerade bei Longdrinks und Cocktails muss das Rad nicht zwangsläufig neu erfunden werden: Variationen wie beispielsweise der „Rickey“, ein Cocktail aus Cognac, Soda und Limette, kommen als alte Klassiker derzeit wieder in Mode. Guter Cognac lässt den beliebten Cocktail „Ginger Mule“ aufleben, bei dem ein Hennessy VS zusammen mit Limettensaft und etwas Ginger Beer kombiniert wird.

Auch für innovative Eigenkreationen ist guter Cognac bestens geeignet. Cognac VSOP mit Zitronensoda, etwas frischem Ingwer und einem Spritzer Limone ist ein echtes Geschmackserlebnis und beliebt in der heutigen Barszene. Eine weitere beliebte Kombination ist die Mischung aus Cognac und Amaretto, das dem Getränk eine warme Mandelnote verleiht und gerade in der kälteren Jahreszeit ein echtes Geschmackserlebnis bietet. Kaffeeliebhaber können Cognac mit Espresso, Kakaolikör, Sirup und Zitronensaft in einem intensiven und lebhaften Cocktail kombinieren. Hier eignen sich schwerere Cognacs mit einem ausprägten Kaffee- oder Schokoladenaroma.

Als Faustregel gilt: Jüngere Cognacs der Klassen VS eignen sich gut als Mixer, da ihr Geschmack noch am wenigstens ausgereift und komplex ist. Guter VSOP Cognac lässt sich sowohl pur als auch in Cocktails und Longdrinks genießen. Ältere Cognacs der Klassifizierung XO werden am besten pur getrunken.

Fünf Tipps fürs richtige Servieren eines guten Cognacs

Ausschlaggebend für ein einzigartiges Geschmackserlebnis ist nicht nur guter Cognac, sondern auch ein grundlegendes Verständnis für Kombination und Servieren der Spirituose. Von den richtigen Gläsern über die richtige Verkostung bis hin zur idealen Paarung mit

  1. Das richtige Cognac-Glas

    Eine der wichtigsten Komponenten beim Servieren guten Cognacs ist das richtige Glas. Ein gutes Glas lässt den Cognac warm werden und kanalisiert die Aromen nach oben. Guter Cognac wird am besten pur in sogenannten Cognac-Schwenkern serviert – bauchigen Gläsern, die das Aroma der Spirituose bestens entfalten und intensivieren. Auch Tulpengläser, lange und glockenförmige Weingläser, eignen sich zur Verkostung. 
    Übrigens: Am besten die Nase nicht ins Glas, sondern darüber halten. Beim Schwenken steigt der Alkohol nach oben. Wer also Aromen statt beißendem Alkohol riechen möchte, der sollte sich mit der Verkostung Zeit nehmen.

  2. Genuss pur oder als Mixer?

    Bei älteren Cognac-Sorten mit ausgeprägter Komplexität empfiehlt es sich, die Spirituose ohne Mixer oder Eis zu genießen. So kann sich das einzigartige Aroma guten Cognacs bestens entfalten. Jüngere Sorten eignen sich sehr gut als Mixer, zum Beispiel mit erfrischenden Sodas und einem Hauch Limette.

  3. Zuerst verkosten, dann trinken

    Echte Cognac-Kenner beginnen mit einem ersten Geruchstest und der Verkostung des edlen Getränks. Dazu empfiehlt es sich, zunächst einen kleinen Schluck zu nehmen und diesen im Mund zu „schwenken“. So können die unterschiedlichen Aromen am besten identifiziert werden. Guten Cognac erkennen Sie am ausgeprägten Geschmacksprofil mit breit gefächerten Noten. Diese reichen von milden Fruchtaromen über Vanille- und Gewürztöne hin zu erdigen Kaffee- und Schokoladenaromen.

  4. Kochen und Backen mit Cognac

    Guter Cognac lässt sich nicht nur pur oder als Basis für Cocktails genießen, sondern findet auch in gehobener Küche Anwendung. Von flambierten Desserts bis hin zu dekadenten Schokoladen-Tarts – hochwertiger Cognac gilt als idealer Partner für exklusive Desserts und Nachspeisen.

  5. Zu welchen Gerichten passt Cognac?

    Die mild-blumige Note vieler Cognacs passt perfekt zu reichhaltigen Speisen wie Entenconfits, Patés, herzhaften Nudelgerichten oder Braten. Auch mit Käseplatten lässt sich Cognac wunderbar kombinieren. VS Cognac passt sehr gut zu milden Käsesorten wie beispielsweise Camembert oder Mascarpone. Reifer Hartkäse lässt sich bestens mit einem etwas älteren VSOP Cognac kombinieren. XO Cognac schmeckt hervorragend mit nussigen und herzhaften Käsesorten sowie kräftigem Parmesan.

Cognac erlebt derzeit ein Comeback in vielfacher Hinsicht. Nicht nur die Zahl der Hersteller vergrößert sich stetig, auch die Anzahl an Konsumenten steigt. Wirklich guten Cognac zu finden braucht seine Zeit. Die meisten Cognac-Liebhaber entdecken ihren Favoriten durch Zufall und viel Ausprobieren.


Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel einen fundierten Einblick in die Geschichte, Produktion und Auswahl der besten Cognac-Sorten gegeben hat. Sie wissen nun, wie Sie guten Cognac identifizieren, kaufen, lagern und servieren. Der nächste Schritt bleibt Ihnen selbst überlassen: finden Sie Ihren Lieblingscognac und genießen Sie die breite Vielfalt an exzellenten Bränden und harmonischen Aromen, die diese Spirituose zu bieten hat.