Grappa

Alle Informationen zu Grappa

Grappa im Glas
Copyright by Carsten Tolkmit licensed under CC BY-SA 2.0. Changes were made.

Grappa ist eine hochprozentige Spirituose italienischen Ursprungs, die aus den Traubenresten der Pressungen für Wein hergestellt wird. Er wird vergoren und destilliert, ohne dass dabei Wasser hinzugegeben wird. Wie auch bei Wein unterscheiden sich die Aromen von Grappa je nach verwendeter Rebsorte, da sich der ausschlaggebende Geschmack aus den Schalen der für die Produktion genutzten Trauben ergibt. Mehr lesen>

Alle Grappas im Überblick

Wahrscheinlich hat jeder, der schon einmal in einem italienischen Restaurant essen war einen Grappa getrunken. Je nach Hochwertigkeit des oft „aufs Haus“ servierten Grappas hat sich dieser mit Begeisterung oder Befremden bei Ihnen eingeprägt. Oft hinterlassen diese Hausgrappas statt einer kulinarischen Erfahrung eher ein starkes, brennendes Gefühl zurück. Dank der Entdeckung hochwertiger Traditions- und neuer Brennereien rückt diese Spirituose aber wieder ins Rampenlicht von Wein- und Tresterbrandliebhabern.

 

Was ist Grappa?

Die Produktion von Grappa, abgeleitet vom italienischen Wort Grappo für Traube, steht voll und ganz in der Tradition der italienischen Küche, die darauf bedacht ist Produkte der Natur bewusst zu genießen und in allen Ihren Einzelheiten zu verarbeiten und diese zu nutzen. Es wird alles genutzt, was einem gegeben wird. Somit ist die Grappaproduktion eine Art des vom Nase-bis-zum-Schwanz-Kochens, wie man sie in der italienischen Küche beim Fleisch findet.

Der Hauptbestandteil von Grappa ist Trester, der aus den Traubenschalen, Kernen und Stielen besteht, die bei der Weinherstellung übrig bleiben. Diese werden ein zweites Mal destilliert, in diesem Destillationsprozess werden die restlichen Aromen aus dem Trester extrahiert. Nun wird der Grappa entweder sofort abgefüllt, wodurch heller Grappa, auch als Grappa bianca bekannt, entsteht. Oder er reift anschließend in Holzfässern, wodurch sich ein gelber oder brauner Grappa ergibt, der als Riserva in den Verkauf gelangt.

Grappa kann aus einer Melange von Trestern unterschiedlicher Herkunft oder aus nur einer einzigen Rebsorte gewonnen werden. Wenn mindestens 85 % des Tresters aus einer einzigen Sorte stammen, darf der Grappa später als di vitigno oder varietale vermarktet werden. Die Rebsorte der Traube darf dann im Namen des Grappas geführt werden. Beispiele hierfür sind etwa Po‘ Merlot di Poli und Po‘ Pinot di Poli aus der renommierten Poli-Destillerie und Francoli’s Barbera oder Moscato Grappas. Jedoch wird der leckerste Grappa nicht unbedingt aus den Trauben gewonnen, die auch immer die besten Weine ergeben. Auf dem Markt existiert eine Vielzahl an aromatisierten Grappas, darunter Spirituosen, die im Geschmack Aromen von Honig, Mandel oder Beeren enthalten.

Grappa hat einen höheren Alkoholgehalt als Wein. Wein besitzt einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 12%, während Grappa zwischen 35-60% enthalten muss, um verkauft zu werden. Die meisten Grappas haben etwa 37,5%. Zum Vergleich: Wodka, Rum und Tequila liegen in der Regel bei 40% Alkoholgehalt.

 

Wie trinkt man Grappa?

Grappa ist ein Digestif. In Italien wird Grappa gerne als gesundes Wasser bezeichnet, weil dieser gerne am Ende eines reichhaltigen Essens genossen wird, wenn man sich entspannt und verdaut. Das wunderbare an Grappa ist, dass dieser eine aromatische, neutrale Spirituose mit großen Qualitäten als Digestif ist. Er kann auch einfach so genossen werden, aber auch kreativ beim Kochen, in Cocktails oder als Beigabe zu einem Espresso kann er seinen Charakter zeigen.

Die Verwendung des richtigen Grappa-Glases ist ein Schlüssel zum perfekten Genuss. Ein gutes Grappa-Glas ist in der Regel groß und schmal, mit einer etwas breiteren Öffnung, damit die Aromen sich entfalten und genossen werden können.

Grappa ist von Natur aus ein stark Alkohol mit viel Aroma. Im Gegensatz zu Weinen, Cognacs oder Brandys gibt es kein geschütztes System der Deklaration, um die Qualität des Tresterbrands zu erkennen. Daher gibt es keine Garantie für Qualität.

Viele Grappa-Trinker genießen ihren Grappa bei Zimmertemperatur, was das brennende Gefühl verstärken kann. Je kühler ein Grappa getrunken wird, desto weniger brennt er. Füllen Sie das Glas nur Drittel oder weniger – so halten sie die Dämpfe von Ihrer Nase fern.

Grappa findet mehr und mehr Verwendung in Cocktails. Die meisten Menschen lernen Grappa zu lieben, je öfter sie ihn probieren und je mehr sie ihn schmecken. Er kann die Menschen wirklich begeistern und vielen gefällt seine (angebliche) verdauungsfördernde Wirkung und den Gaumen am Ende einer Mahlzeit geschmacklich vom Essen zu befreien.

 

Die Geschichte von Grappa

Grappa wurde von italienischen Winzern kreiert, die jeden Bestandteil ihrer Ernte nutzen wollten. Er wird aus Trester destilliert, dies bedeutet, dass die nach der Saftgewinnung übrig gebliebenen Traubenschalen, Kerne, Stiele und das Fruchtfleisch aus der Weinpresse zur Herstellung genutzt werden.

Grappa ist eines der beliebtesten alkoholischen Getränke Italiens. Jährlich werden etwa vierzig Millionen Flaschen Grappa hergestellt. Seit 1989 ist die Bezeichnung Grappa durch EU-Recht geschützt. Es dürfen also nur solche Tresterbrände als Grappa bezeichnet werden, die in Italien produziert werden.

In ganz Italien existieren heute weit über hundert Grappa-Hersteller. Einige sind gleichzeitig bekannte Winzer wie Rovero und Castelleri Bergaglio, die Grappa als eine gewinnbringende und schmackhafte Ergänzung zu ihrem Hauptgeschäft verstehen. Andere, so wie Poli und Nonino, sind Brenner, die sich ausschließlich der Herstellung von Grappa verschrieben haben und ihren Trester nicht selbst produzieren, sondern von anderen Winzern erhalten. Viele Grappa-Brennereien befinden sich in der Stadt Bassano del Grappa, die die der historische Heimat des Grappas darstellt.

 

Einige Grappa-Destillerien, die sich seit mehreren Familien-Generationen der Grappa-Produktion verschrieben haben, sind sehr stolz auf ihr Produkt und sein kulturelles Erbe. Um dieses zu ehren und selbstredend auch, um Kunden etwas im Marketing zum Erleben zu bieten hat etwa Poli das Poli Museo della Grappa auf der Ponte Vecchio in Bassano del Grappa eröffnet. Das Museum bietet interessierten Besuchern zahlreiche Einblicke in die Geschichte des Grappas sowie des Destillationsprozesses. Außerdem haben Besucher die Möglichkeit, die Produkte von Poli vor Ort zu verkosten. Außerdem können größere Gruppen Führungen durch die Destillerie wahrnehmen und so Grappa hautnah erleben.

 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...

 

Quellen und weitere Informationen:

http://www.romefile.com/food-and-drink/grappa.php