Französische Brandys im Fokus: Wie unterscheiden sich Cognac und Armagnac?

Französische Brandys im Fokus: Wie unterscheiden sich Cognac und Armagnac?

100% lokal produzierte Brandys aus 2 französischen Regionen

Ein Glas Cognac neben einem Brief bei KerzenscheinViele Genießer auf der ganzen Welt schätzen ein Glas Brandy an einem gemütlichen Abend allein oder unter guten Freunden. Der bekannteste Vertreter von Brandy weltweit ist dabei der französische Cognac. Viele Nationen bezeichnen daher ihre nationalen Brandys stolz auch als Konjak. Doch auch für Cognac muss man nicht viel Geld ausgeben. Häuser wie Hennessy, die große Mengen Cognac jährlich produzieren, bieten bereits hervorragende Cognacs im niedrigeren Preissegment, die sich für Anfänger perfekt zum Einstieg in die Welt des Cognacs eignen. Jedoch ist Cognac nicht der einzige bekannte Vertreter französischen Weinbrands. Armagnac steht Cognac in Qualität und Geschmack oftmals in nichts nach und sollte bei der Wahl eines guten französischen Brandes unbedingt mit einbezogen werden. Unsere Empfehlung ist daher, über den Tellerrand zu blicken und sich darauf einzulassen die Brandy-Welt außerhalb von Cognac kennenzulernen. Mit Sicherheit fragen Sie sich nun wie diese großartigen Getränke sich voneinander unterscheiden? Die Antwort finden Sie in diesem Beitrag, werfen wir also einen Blick auf den Unterschied zwischen Cognac und Armagnac.

Cognac und Armagnac sind französische Brandys, deren Grundlage ein Weißwein aus lokal geernteten Trauben bildet. Und lokal wird bei beiden Brandys nicht nur bei den verwendeten Trauben groß geschrieben: Cognac dürfen ausschließlich Weinbrände heißen, die in der Region Cognac hergestellt werden. Armagnac hingegen wird ausschließlich in der Region Gascogne produziert. Nach der Ernte der Trauben folgt ein Schritt, in dem beide wieder eine Gemeinsamkeit aufweisen: Es wird ein pur ungenießbarer Weißwein hergestellt, der einen Alkoholgehalt von etwa 8-10 % aufweist. Für Cognac werden zu über 90 % Trauben der Sorte Ugni Blanc verwendet, während man bei Armagnac drei weitere Rebsorten nutzt: Folle blanche, Colombard und Baco Blanc. Der leichte, aber sehr saure Wein wird im nächsten Produktionsschritt destilliert. Hierbei unterscheidet sich die Art der Destillation in einem wesentlichen Punkt: Für Cognac erfolgt die berühmte doppelte Destillation. Armagnac hingegen wird wie die meisten Brandys nur einmal destilliert.

Der wesentliche Unterschied im Destillationsprozess

Bei der Destillation wird der Geist des Weines herausgearbeitet und vom sogenannten Kopf und Schwänzen getrennt, sodass am Ende das geschmackliche Herzstück über bleibt. Je häufiger die Spirituose destilliert wird, desto mehr Unreinheiten verdampfen wortwörtlich. So wird erreicht, dass das Endprodukt geschmacklich feiner wird. Parallel dazu steigt der Alkoholgehalt der verbliebenen Spirituose. Während Wodka häufig so oft destilliert und filtriert wird bis er einen „unaufdringlichen“ Geschmack hat, soll die doppelte Destillation bei Cognac bezwecken, dass er sanft und angenehm, aber trotzdem noch aromenreich und komplex schmeckt. So werden Armagnac-Fans vor allem die höhere Komplexität von Armagnac im Vergleich zu Cognac schätzen.

Armagnac wird vor allem aus dem Grund einfach destilliert, da beim Endprodukt ein geringerer Alkoholgehalt als beim Cognac gewünscht ist. Der abgefüllte Armagnac muss mindestens ein Jahr gelagert werden, um die Klassifikation V.S. zu erreichen (die niedrigste Alterungsanforderung). Cognac muss im Unterschied dazu mindestens zwei Jahre lang gelagert werden, um als V.S. (und überhaupt als Cognac) auf den Markt kommen zu dürfen. Lagerung und Reifung der beiden Brandys erfolgen in aller Regel in Eichenholzfässern aus Limousin/Tronçais (Cognac) oder aus Gascogne (Armagnac). Beide Brände werden entweder als Jahrgangsabfüllungen oder als Mischungen aus verschiedenen Jahrgängen verkauft. Die Regel ist hierbei jedoch, dass der Kellermeister eine harmonische Mischung kreiert, die dann klassifiziert wird – und zwar mit der Klassifikation auf dem Etikett, die der jüngste hinzugegebene Cognac oder Armagnac besitzt.

So verkosten Sie Cognac und Armagnac

Bei der Verkostung beider Brandys sollte man das Glas nicht einfach in großen Schlücken hinunterstürzen und schauen, welcher Geschmack „hängenbleibt“. Vielmehr kann man bereits vor dem Trinken einen Tropfen des Getränks auf den Handrücken geben und per Geruchsprobe die ersten feinen Noten wahrnehmen. In der Regel sollten Sie  Aromen von Trockenfrüchten wie Aprikosen und Feigen oder ein Butterscotch und Lakritz erahnen können. Nun können Sie mit der Nase ins Glas gehen, Schwenken sieht dabei aus als hätten Sie Ahnung, ist aber nicht unbedingt notwendig. Bei der Verkostung am Gaumen sollten Sie darauf achten, das ganze Spektrum der Zunge zu benetzen, sodass sie die Möglichkeit haben jede komplexe Note zu erfassen. Wir empfehlen ein Glas Brandy zum Abschluss eines guten Essens. Halten Sie das Glas ruhig länger in der Hand, denn diese Spirituose wird – sollte sie nicht Teil eines Cocktails oder Desserts sein – handwarm genossen. Cognac genießt weltweit einen hervorragenden Ruf, Armagnac dagegen hat seine Anhänger eher unter Franzosen. Es finden sich jedoch weltweit Freunde von Armagnac, sodass sie diesen im Fachhandel entdecken oder den Armagnac online kaufen können. Unser Tipp: Einfach unvoreingenommen Armagnac probieren oder sogar einem Cognac derselben Klassifikation in einer Verkostung gegenüberstellen.