Armagnac

Alle Informationen zu Armagnac

Flasche Armagnac und 2 Gläser

Armagnac ist ein Weinbrand aus den Trauben der Gascogne, der bereits seit 1461 bekannt ist und somit deutlich älter als sein populärer französischer Bruder Cognac ist. Armagnac ist eine Provinz im Herzen der Gascogne südlich von Bordeaux. Die Herkunftsbezeichnung ist eu-rechtlich geschützt, sodass nur dort produzierte Armagnacs diesen Namen tragen dürfen.

Geschmacksprofil eines Armagnac

 

Weintrauben ArmagnacDas Herz des Armagnac sind die vollreifen und fruchtigen Trauben des zuvor produzierten Weindestillats. Der Wein wird aus den Rebsorten Baco 22 A, Colombard, Folle Blanche, Jurancon, Saint Émilion und Ugni Blanc gewonnen. Armagnac besitzt oftmals ein vollfruchtiges und aromatisches Bouquet mit komplexen Nuancen. Da Armagnac nach Jahrgängen produziert wird können Qualität und geschmackliche Feinheiten von Jahr zu Jahr abweichen.

Herstellung von Armagnac

 

Eine Flasche Armagnac steht auf einem Tisch

Janneau 1964 Vintage Armagnac by Dominic Lockyer published under CC BY 2.0

Armagnac wird anders als Deutscher Weinbrand oder Cognac in nur einerm Destillationsvorgang hergestellt. Hierzu wird der urprüngliche Wein in einer Brennblase zu Destillat gebrannt. Durch Zugabe von Wasser wird aus dem Destillat der Armagnac gewonnen. Anschließend wird Armagnac in Eichenfässern aus Gascogner Steineiche gelagert. Die Dauer der Lagerung entscheidet mit welchem Alters- bzw. Qualitätsprädikat der Armagnac versehen wird.

Alle Armagnacs im Überblick

Armagnac: Ein Weinbrand mit jahrhundertealter Tradition

Der klangvolle Name Armagnac fand seine erste urkundliche Erwähnung bereits im Jahre 1461 und ist somit deutlich älter als sein bekannter Bruder Cognac, dessen Tradition ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

Die Grundlage für Armagnac bilden Weißweine aus den Trauben der Gascogne. Dabei sind 10 Rebsorten zur Produktion von Armagnac erlaubt. Die Gascogne ist eine Provinz, die sich von Toulouse bis zur Küste am Golf von Biskaya erstreckt. In dieser Provinz ist auf einer Fläche von 15.000 Hektar der Anbau von Weinen zur Produktion von Armagnac erlaubt. Dies gilt für die Departements Gers, Landes und Lot-et-Garonne, das sich wiederum unterteilt in Bas-Armagnac, Haut-Armagnac und Ténarèze. Die Qualität der gewonnen Trauben ist in diesen als gleichwertig einzustufen, anders als beim Cognac, in dem die Region aus der die Trauben stammen ein wichtiger Indikator für die Qualität des Endprodukts ist. Der Zusatz bas kennzeichnet dabei eine niedrige geographische Lage des Weinbergs, der Zusatz haut wiederum eine hohe geographische Lage.

 

Die Herstellung von Armagnac

Armagnac wird wie Cognac aus Weißweintrauben der Sorten Folle Blanche, Ugni Blanc und Colombard destilliert. Der wesentliche technische Unterschied zwischen Armagnac und Cognac besteht darin, dass letzterer zweimal destilliert wird, während Armagnac nur einmal destilliert wird. In der Folge bekommt dieser mehr Zeit in der Eiche um zu reifen. Diese Geduld und Zeit lässt Brandys mit mehr Finesse und Rundheit entstehen.

Armagnac wird einfach destilliert und somit in einem einzigen Brennvorgang hergestellt. Die anschließende Lagerung wird in Eichenfässern aus Gascogner Steineiche vorgenommen.

Zur ersten Bewertung der Qualität des Armagnac dient der Hinweis der Lagerzeit, also des Alters des Armagnac. Hierbei werden fünf Qualitäten unterschieden:

 

Trois Etoiles: Reifung von mindestens einem Jahr

VS: Reifung von mindestens zwei Jahren

VSOP: Reifung von mindestens vier Jahren

XO: Reifung von mindestens 6 Jahren

Hors d’Age: Reifung von mindestens 10 Jahren

 

Lagerung von Armagnac

Genau wie Scotch und Bourbon stoppt Armagnac das Altern, sobald er die Holzfässer verlässt und in Glasflaschen abgefüllt wird. Egal wie lange Sie also die geerbte Flasche XO aufbewahren, die Spirituose wird sich geschmacklich nicht mehr verbessern. Das gilt, auch wenn die Flasche einmal geöffnet wurde. Armagnac ist von so stabiler Natur, dass Sauerstoff ihm nicht schadet. Sie können Ihn also bedenkenlos öffnen und auf lange Zeit in der Credenza aufbewahren. Es gibt lediglich einen Punkt, den Sie bei der Lagerung von Armagnac beachten müssen: Lagern Sie die Flasche aufrecht stehend und legen Sie sie nicht auf die Seite. Der Armagnac könnte deutlich an geschmacklicher Qualität einbüßen, wenn er für längere Zeit Kontakt zum Korken hat.

 

Verkostung von Armagnac

In geselliger Runde trinken Sie den Armagnac am besten einfach so wie er Ihnen schmeckt. Gerne in der Hand gehalten, sodass er handwarm eine Fülle an Aromen freigeben kann. Sollten Sie einmal Armagnac professionell verkosten wollen, so ist empfehlenswert wie folgt vorzugehen:

Halten Sie nicht Ihre Nase tief ins Glas, sondern halten Sie es auf Brusthöhe und lassen Sie die zarten Düfte des Armagnac aufsteigen. Nach etwa einer Minute werden Ihre Sinne in einer Wolke aus Vanille, Toffee, Nougat, Pfeffer, Rose und Schokolade schwelgen. Nun bringen Sie das Glas etwas näher zum Gesicht und Sie werden den wahren Geist des Armagnac erkennen.

Was als nächstes kommt, ist ein Trick, den viele Brandy-Profis anwenden. Stecken Sie einen Finger in das Glas und tupfen Sie die Flüssigkeit auf Ihren Handrücken – exakt wie bei einer Parfümprobe. Ihre Körperwärme lässt den Alkohol verdunsten und übrig bleiben lediglich die wesentlichen Aromen des Armagnacs. Nach knapp einer Minute können Sie diese ungefilter wahrnehmen. Wahrscheinlich werden Sie sich an Trockenfrüchte wie Aprikosen, Pflaumen und Feigen erinnert fühlen, oft lassen sich auch Noten von Butterscotch, Süßholz und Blumen erkennen.

Nehmen Sie nun einen kleinen Schluck vom Armagnac, etwa einen halben Teelöffel. Lassen Sie die Spirituose in ihrem Mund kreisen, sodass sie Kontakt zur Zunge, zu den Wangen und Zahnfleisch hat.

Im Laufe des Abends sollte das Glas in der Hand gehalten werden, um den Armagnac sanft zu erwärmen. Wenn die Temperatur des Armagnac steigt, werden neue Aromen freigesetzt und der Geschmack ändert sich noch einmal. Langsam trinken, nachdenklich und entspannend.

 

Warum wird die hohe Qualität von Armagnac oft verkannt?

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg entstand rasch eine hohe Nachfrage nach Armagnac, was darin resultierte, dass minderwertige Produkte verkauft wurden, um diese zu stillen und raschen Profit zu ermöglichen. So festigte sich in dieser kurzen Zeit das Image einer schlechten Version von Cognac – ein Ruf, der dem Armagnac ungerechtfertigter Weise bis heute nachhallt.

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